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Thema 4-Einführung von körperlichen Signalen

Jeder der Agility betreibt kommt irgendwann an den Punkt wo er feststellt das das gesprochene Wort im Parcours nicht mal halb so viel zählt wie das was dem Hund mit seinem Körper signalisiert. Das heißt nicht das der Hund im Parcours nicht auch bestimmte verbale Kommandos beherrschen sollte und kann, sondern vielmehr das im Parcours ein Kommando immer aus zwei Teilen besteht. Zum einen aus dem was dem Hund verbal vermitteln und zum anderen aus dem was wir dem Hund mit unserem Körper vermitteln. Beide Teile können unabhängig voneinander funktionieren, dürfen einander aber niemals wiedersprechen. Mit dieser Kommandokunde werden wir uns in den nächsten drei Themen beschäftigen. Dabei kommen wir heute zunächst zu den körperlichen Signalen die man mit verbalen Kommandos unterstützen kann. In den nächsten beiden Themen wird es dann um die verbalen Kommandos gehen und wie man diese mit körperlichen Signalen kombinieren kann und sollte. Ihr werde euch an dieser Stelle vielleicht fragen warum es Sinn macht Kommandos außerhalb eines Parcours zu üben die man später doch nur dort anwenden wird. Für mich ist jeder Parcourslauf, egal er wie lang oder komplex er sein mag, eine gemeinsame Reise mit meinem Hund bei der ich den Weg vorgebe. Nun gibt es aber in einem Parcours nicht nur einem Weg, sondern sehr viele verschiedene. Wenn ich nun nicht in der Lage bin meinem Hund den richtigen Weg zu zeigen weil wir uns nicht darauf geeinigt haben in welche Richtung wir wann gehen, werden wir schnell unterschiedliche Wege gehen. Deshalb versuche ich mit meinem Hund schon bevor wir in einem Parcours zusammen arbeiten bestimmte Vereinbarungen zutreffe. Wir müssen uns darauf einigen was das Signal für linksrum oder rechtsrum ist, wann wir schnell und wann wir etwas langsamer arbeiten etc. Hinzu kommt natürlich das der Hund sich viel besser auf die einzelnen Kommandos und Signale konzentrieren kann wenn diese ihm nicht ausschließlich zwischen ganz vielen bunten Geräten und während er noch ganz viele andere Dinge beachten muss gezeigt werden.

 

In einem Parcours habe ich folgende drei körperlichen Kommandos zur Wahl:

1.       Schulter-/Armkommandos: Meine Armhaltung und welchen Arm ich einsetze kann dem Hund sehr genaue Auskunft darüber geben was von ihm verlangt wird. Auch die Position meiner Schulter kann dem Hund Auskunft darüber geben wo er als nächstes hin solle.

2.       Positionskommandos: Meine Position relativ zum Hund und zum Hindernis kann dem Hund z.B signalisieren welches Gerät wie zu arbeiten ist.

3.       Bewegungskommandos: Ist ein wichtiges Signal welches der Hund lesen und befolgen können sollte.

Mit diesen drei Kommandoarten beschäftigen sich auch unsere heutigen Übungen und wir beginnen mit den Schulter-/Armkommandos.

Erläuterungen zum Video 1:

Da man auch im Agility-Parcours nur zwei Hände bzw. Arme hat unterscheidet man dort zwischen Führ- und Gegenarm.  Der Führarm ist immer der Arm der auf der Hundeführer-Seite ist an der der Hund läuft , während der Gegenarm der Arm ist der auf der vom Hund abgewendeten Seite ist. Wenn der Hund an der linken Seite des Hundeführers läuft ist der Führarm als der linke Arm und der rechte Arm ist der Gegenarm. Läuft der Hund an der rechten Seite des Hundeführers ist der Führarm der rechte Arm und der linke Arm der Gegenarm. Es gibt in der Agility-Welt ganz unterschiedliche Möglichkeiten wie man mit diesen Armen umgeht und damit was man dem Hund mit den jeweiligen Kommandos signalisieren möchte. Da ich immer versuche immer möglichst eindeutige und vielseitige  Definitionen zu finden, beschreibe ich den Einsatz des  Führarm bzw. des Gegenarm wie folgt:

Führarm:

Der Führarm ist für mich wie ein Zeiger. Dementsprechend muss der Hund lernen diesem Arm zu folgen. Dabei ist es zum einen wichtig dass der Hund lernt genau da hin zu kommen oder zu laufen wo hin der Zeiger zeigt. Somit ist es mir möglich den Hund mit diesem Arm sowohl irgendwo hin zu schicken als auch ihm zu zeigen dass er z.B in meiner Nähe arbeiten soll. Ergänzt wird das ganze natürlich von den passenden Positions-, Bewegungs- und verbal Kommandos, grundsätzlich soll der Hund aber lernen diesem Arm zu folgen. Dieses macht zu dem Sinn weil man mit dem Einsatz des Führarms automatisch auch dahin schaut wo der Hund arbeiten soll. Somit zeigen auch die Schultern in diese Richtung, die dem Hund wiederrum helfen zu verstehen wohin es gehen soll.

Gegenarm:

Wenn ich den Gegenarm einsetzen möchte muss ich mich immer automatisch zum Hund drehen und diesen Anschauen. Dementsprechend nutze ich den Gegenarm immer dann wenn der Hund sein Tempo reduzieren muss und sich auf mich konzentrieren soll. Gegenarm bedeutet immer Kontrolle und aufmerksames Arbeiten. Somit setze ich den Gegenarm  z.B dafür ein einen belgischen Wechsel einzuleiten aber auch dafür dem Hund zu signalisieren wann er sein Tempo reduzieren muss um z.B eng springen zu können.  Ich weiß dass viele Hundeführer den Gegenarm auch einsetzen um gewisse Hindernis auszuschließen und den Hund mit diesem zum Richtigen zu lenken. Dieses versuche ich so gut wie möglich zu vermeiden und wähle lieber die Strategie des aktiven auf das richtige zeigen im Gegensatz zu das falsche abschirmen.

Das wichtigste ist also zunächst das der Hund lernt dem Führarm zu folgen. Dieses kann man mit einer recht einfachen Übung üben.

Übung :

Für diese Übung braucht ihr drei bis vier Spielzeuge die ihr auslegen könnt.  Ziel ist es das ihr dem Hund beibringt genau zu dem Spielzeug zu laufen und dieses auf zunehmen auf das ihr zeigt. Dafür müsst ihr dem Hund natürlich zunächst beibringen eurem Führarm zu folgen und zu dem Spielzeug hinzulaufen. Hierfür sollte man am Anfang nur ein Spielzeug nehmen dass man an verschiedenen Stellen platziert. Darüber hinaus ist es sinnvoll entweder Spielzeuge zu benutzen die der Hund gut sehen kann oder den Ablegepunkt zu markieren. Denn es geht hier ja nicht darum das der Hund das Spielzeug suchen soll sondern lernt dahin zulaufen wo ihr hinzeigt. Und Agility-Geräte sind ja in der Regel auch nicht so klein das der Hund sie suchen müsste. Nach und nach solltet ihr dann mehrere Spielzeuge auslegen, so dass der Hund eine Wahlmöglichkeit hat. Ziel ist es auch dann wieder das der Hund genau das Spielzeug  später Hindernis anläuft auf das ihr zeigt.

Video für den PC:

Video für I-Pad & Co.:

 

Trainingspläne

  • Mein Trainingsplan für Junghunde. Die Zeitangaben sind dienen nur der groben Orientierung und müssen an die Entwicklung des Einzelenen Hundes angepasst werden.

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