Ein Blick in Jump2go

Wie ihr sicherlich schon festgestellt habt, war der erste Schritt des Aufbaus nicht sehr kompliziert. Auch der  2. Schritt ist von Aufbau her nicht so schwer, aber dennoch sind diese beiden Schritte wichtig und sollten mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt werden. Denn in diesen beiden Schritten lernt der Hund nicht nur die grundlegende Sprungtechnik sondern soll auch lernen dass die Stangen nicht berührt werden dürfen. Wer hier durch richtige Bestätigung das Verständnis des Hundes nutzt muss später nicht schimpfen oder zu anderen Mitteln greifen. Wer aber die Chance nicht nutzt und hinterher frustriert ist das der Hund nicht verstanden hat dass man die Stangen nicht berühren darf, kann sich an die eigene Nase fassen.

 

 

Das diese beiden Schritte des Aufbaus zwar wichtig aber nicht allzu umfangreich sind, möchte ich auch dieses Thema nutzen um euch schon mal ein paar Background Informationen mitzugeben die wir im weiteren Verlauf des Kurses brauchen. Deshalb geht es heute im ersten Teil dieses Themas um die Kommandoarten mit dem wir denen wir dem sagen können wie er springen soll. Dazu gehören die verbalen Kommandos die wir uns im 4. Modul dieses Kurses noch genauer anschauen werden, aber auch einige andere auf die wir heute zu sprechen kommen. Dieses Wissen braucht ihr nicht nur um den Hund am Sprung besser führen zu können sondern auch um die nächsten Schritte des Aufbaus besser nachvollziehen zu können.

 

Kommandokunde

Viele Hundeführer denken bzw. vergessen dass wir Menschen dem Hund nur dann ein Kommando geben wenn wir es wirklich verbal äußern. Vielmehr ist es aber so dass wir eine Bandbreite von Kommandos zur Verfügung haben, die wir miteinander kombinieren können und sollten.  Dabei bin ich der Meinung dass es keine Rangfolge der Kommandos gibt solange sie sich nicht wiedersprechen. Das heißt für mich solange ein verbales Kommando eindeutig ist kann der Hund lernen dieses zu befolgen. Sobald es aber nicht eindeutig ist, entweder weil ich es mehrfach für verschiedene Dinge benutze oder es mit einem gegensätzlichen Körperkommando kombiniere funktioniert das nicht mehr.  Wie wichtig ist sich zu überlegen welche Kommandos für den Hund was bedeuten werden wir uns später in Modul 4nochmal genauer anschauen, jetzt kommen wir erst mal dazu welche Kommando wir zur Verfügung haben.

  • verbale Kommandos:

Die verbalen Kommandos nutzen wir in der Regel dafür um den Hund zu einer bestimmten Handlung zu bringen, z.B einen Sprung von aussen zu springen. Daher müssen diese auch Schritt für Schritt aufgebaut werden, damit der Hund eine bestimmte Handlung mit dem jeweiligen Kommando verbinden kann.

  • Positions Kommandos:

Neben den verbalen Kommandos kann ich dem Hund mit meiner Position relativ zu Sprung helfen zu erkennen wohin es als nächstes geht und wie er dementsprechend springen muss. Bei diesen Kommandos greift man oftmals auf die natürlichen Reaktionen des Hundes auf unsere Körpersprache zurück und nutzt diese am Sprung

  • Schulter-/Arm-Kommandos:

Auch die Stellung unserer Schulter und damit die Richtung in die unser Arm zeigt, können dem Hund signalisieren wie er springen soll. Dabei kann man sowohl bestimmte Reaktionen antrainieren (oft als Ergänzung zu den verbalen Kommandos) aber auch wieder auf natürlich Reaktionen zurückgreifen.

  • Bewegung:

Als letztes beeinflusst natürlich unsere Bewegung und insbesondere wie schnell und wohin wir uns bewegen, den Hund am Sprung. Hierbei machen wir uns auch wieder die natürlichen Reaktionen des Hundes zum Nutzen. Dabei ist es besonders wichtig dass wir darauf achten das unsere Training diese Reaktionen nicht missachtet bzw. diese ausschaltet.

Die verbalen Kommandos werden wir uns in Modul 4 genauer anschauen kommen wir nun also zu den anderen 3 Kommandoarten.

Positionskommandos:

Natürlich nimmt man wenn man sich bewegt auch immer eine Position relativ zum Hund ein. Bei den Positionskommandos handelt es sich aber eher um Positionen die ich relativ zu einem Gerät einnehme um dem Hund zu signalisieren wohin nach diesem Gerät geht und dessen Laufweg zu beeinflussen. Eine wichtige Rolle spielen die Positionskommandos dabei an den Hürden und am Start.

 

Kommando

Beschreibung

Bild

Sprungtechnik

Hinter der Hürde

Mit der Position hinter der Hürde kann der Hundeführer dem Hund zeigen wohin es hinter dem Gerät weiter geht. Dabei sollte man jedoch niemals direkt parallel zur Stange der Hürde stehen sondern neben oder am Ausleger der Hürde

1

Kurz/Rund

Vor der Hürde

Wenn der Hundeführer sich vor einem Hindernis positioniert, sollte dieses dem Hund immer signalisieren das es nicht hinter dem Gerät weiter geht.

 2

Kurz/Rund

 

Bewegungskommandos

Unsere eigenen Bewegung ist ein wichtiges Kommando das oftmals unterschätzt wird und dessen Wirkung vielen Hundeführern meiner Meinung nach oft nicht bewusst ist. Egal ob wir uns Vorwärts, seitlich, beschleunigen oder abbremsen, immer geben wir damit dem Hund eine bestimmte Information. Dabei können wir gerade bei den Bewegungskommandos auf viele natürliche Reaktionen des Hundes zurückgreifen, müssen dafür aber aufpassen dass wir die Reaktionen nicht unbewusst weg trainieren.

Kommando

Beschreibung

Bild

Sprungtechnik

Vorwärts-Bewegung

Der Hundeführer bewegt sich vor oder hinter dem Hund vorwärts, um dem Hund denn Weg vorzugeben bzw. zu signalisieren dass er weiter arbeiten soll.

3

Kurz und Weit

Siehe dazu Beschleunigung und Verzögerung

Beschleunigung

Der Hundeführer beschleunigt um sich Vorsprung zu erarbeiten oder den Hund zum schneller laufen zu animieren

. Da schneller laufen auch immer bedeutet das der Hund flacher und weiter springt sollte man nur in Sprungsequenzen beschleunigen die weite Abstände sind.

4

Flach und Weit

Verzögerung

Der Hundeführer verlangsamt seine Bewegung um dem Hund zu signalisieren das z.b eine Wendung oder Kurve folgt.

5

Rund und Kurz

Schulter-/Arm Kommandos

Zu den Armkommandos gehört alles was wir unseren Hunden mit unseren Armen bzw. Händen anzeigen. Zu dem Schulterkommando gehört alles was ich meinem Hund mit meinem Oberkörper anzeige. Dabei sind oft die Armkommandos nicht von den Schulterkommandos zu trennen, soll heißen in der Regel gebe ich mit dem Armkommando auch immer ein Schulterkommando.

Kommando

Beschreibung

Sprungtechnik

Führarm

Der Führarm ist immer der Arm der dem Hund am nächsten ist. Läuft der Hund also an der linken Seite ist der linke Arm der Führarm, läuft der Hund rechts ist der rechte Arm der Führarm.

Den Führarm nutzt man weniger dazu dem Hund zu signalisieren wie er springen soll, sondern mehr dazu welche Hürde er springen soll. Dabei soll der Hund z.B lernen die Hürde zu springen auf die der Hundeführer zeigt.

Gegenarm

Der Gegenarm ist der Arm der weiter vom Hund entfernte Arm. Wenn der Hund an der linken Seite des Hundeführers läuft ist der Gegenarm somit der rechte Arm, läuft der Hund rechts der linke. Wenn man den Gegenarm benutzt, setzt man zwangsläufig auch ein Schulterkommando ein, weil man sich zum Hund drehen muss.

Kurz und Rund

Im Video zu diesem Thema findet Ihr einige Beispiele zu den einzelnen Kommandoarten. Wie man diese sinnvoll am Sprung kombiniert schauen wir uns in Modul 4 an. Im nächsten Thema (Thema 7) werden wir aber schon dazu kommen wie man dem Hund beibringt eine Hürde zu springen wenn der Hundeführer verschiedene Positionen einnimmt. Kommen wir heute erst mal dazu dem Hund das springen an sich beizubringen.

 

Aufbau-Schritt 2:

In diesem Schritt erhöhen wir die Stange schrittweise bis zu der Höhe die der Hund später springen soll und gehen dabei in 5 bzw. 10 cm Schritten vor. Dabei verändern wir unsere eigene Position nicht und bestätigen weiterhin am Boden.

Bei jeder Höhe soll der Hund ein paar Mal hin und her springen. Wichtig ist dabei wieder dass der Hund die Stange weder berührt noch herunter wirft. Schafft der Hund dieses wird die Stange erhöht. Macht er Fehler wird die Stange wieder auf die Höhe herunter gelegt bei der er noch keine Fehler gemacht hat.

Denkt dabei daran das das springen aus dem Stand recht anstrengend für die Hunde ist, das heißt ihr solltet solche Übungen an den Anfang der Trainingsstunde legen und sie nicht allzu lang machen. Hier muss man die Waage halten zwischen zu großer Belastung und allzu langem springen einer niedrigen Höhe, wenn der Hund es schafft eine Höhe sauber zu springen sollte man sich nicht davor scheuen die Stange zu erhöhen, dann aber eben eventuell die Trainingseinheit verkürzen.

Am besten ist es darüber hinaus wenn man schriftlich nach der Trainingseinheit festhält bei welcher Höhe der Hund Fehler (Berühren/Abwurf/eventuell unterlaufen der Stange) gemacht hat, von welcher Seite er dabei gesprungen ist und wie viel Wiederholungen insgesamt gemacht wurden. So kann man schnell überblicken wo der Hund eventuell Probleme hat und wie der aktuelle Trainingsstand ist.

Ziele:

  • die gleichen wie in Schritt 1 plus
  • Der Hund beginnt ein Verständnis für die Stange und deren Verhältnis zu seinem Körper zu entwickeln
  • Der Hund benutzt sein Vorderhand und nimmt sie geschickt aus dem Weg um die Stange nicht runter zu schmeißen
  • Der Hund benutzt seinen Nacken und Rücken über dem Sprung und springt rund
  • Der Hund benutzt seine Hinterhand um sich senkrecht abzustoßen und zieht sie an im abstieg
  • der Hund springt die volle Höhe

Trainingspläne

  • Mein Trainingsplan für Junghunde. Die Zeitangaben sind dienen nur der groben Orientierung und müssen an die Entwicklung des Einzelenen Hundes angepasst werden.

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