Ein Blick in Modul 1

Im heutigen zweiten Teil des Kontaktzonen-Aufbau's, schauen wir uns die drei Kontaktzonen-Geräte einmal genauer an. An Wippe, Wand und Steg kann der Hund zwar ähnliche Fehler machen und der grundsätzliche Aufbau ist auch gleich, dennoch muss man gerade beim Aufbau auf ganz unterschiedliche Dinge achten.

 

Den Anfang macht die Wippe, bei der ich euch zeige wie ich sie aufbaue und warum. Denn ich möchte einen Hund der die Wippe nicht nur einfach sauber und schnell arbeitet, sondern einen Hund der mit diesem Gerät umgehen kann.

Danach kommen wir zu Wand, die den Hund besondere körperlich fordert. Damit Sie den Hund nicht überfordert, müssen wir dem Hund insbesondere am Abgang helfen die Balance zu halten.

Zum Schluss sehen wir uns dann noch den Steg genauer an. Beim Steg muss man ganz besonders auf den Aufgang achten, weil der gerade zu dazu einlädt ihn zu überspringen. Darüber hinaus sollte man am Steg schon früh üben das der Hund ihn alleine arbeiten kann. Warum findet ihr im letzten Teil dieses Themas.

Wippe

Bevor ich mich für eine Methode entscheide mit der ich ein Gerät aufbaue, überlege ich mir zunächst einmal was der Hund an diesem Gerät lernen muss. Bei der Wippe sind das für mich drei Dinge:

1.Bewegung:Die Wippe ist das einzige Gerät das der Hund mit seinem Körper kontrolliert bewegen muss. Das heißt er muss sein Körpergewicht gezielt so einsetzen das die Wippe kippt und er sie arbeiten kann.

2. Geräusch: Zusätzlich ist die Wippe das einzige Gerät das Krach macht und dann auch noch Krach den der Hund auslöst. Hier muss der Hund lernen den Knall zu ignorieren, ja mehr noch er muss ihn auslösen.

3.Zonen:Wie bei jedem Kontaktzonen-Gerät muss der Hund natürlich auch bei der Wippe lernen die Zone zu berühren.

Wenn ich also für mich definiert habe was der Hund eigentlich lernen muss, versuche ich eine Methode zu finden, bei dem der Hund diese Dinge möglichst früh lernt. Das ist nicht immer möglich, aber ich denke es ist nicht sinnvoll Methoden zu wählen die diese Dinge am Anfang völlig außer acht lassen. Ich brauche also eine Methode bei der, der Hund die Wippe von Anfang an bewegen muss, er sich an das Geräusch gewöhnen kann und er die 2on2off Position an der Wippe lernt.

Ein einfacher Trick

Natürlich muss ich den Hund langsam an die Bewegung und das Geräusch heranführen, aber zum heranführen muss es vorhanden sein. Deshalb bediene ich mich eines einfach Tricks und lege den Aufgang der Wippe auf eine aufgelegte Hürdenstange.Dadurch kann ich den Abgang der Zone kontrolliert auf eine bestimmte Höhe absenken.


So kann ich die den Abgang so weit absenken das er kurz über dem Boden schwebt. Das Target kommt wie bei den anderen Kontaktzonen-Geräten vor die Zone und der Trainer ist wieder da um den Hund zu bestätigen. Wenn man den Hund jetzt wie bei den anderen Geräten im ersten Schritt an der Kante des Abgangs ansetzt, muss er den Schritt zum Target machen, während sich die Wippe ein bisschen bewegt. Gleichzeitig wird die Wippe auch ein bisschen knallen, aber in der Regel nicht so doll das der Hund sich davor erschrickt.

Mit diesem Geräte-Aufbau kann ich dann erst mal das Anlaufen des Target an der Wippe üben.

Schritt 2:Distanz zu Target vergrößern

Dieser Schritt ist äquivalent zu dem zweiten Schritt auf den anderen Geräten, wobei ich bei der Wippe die Distanz nicht bis zum Ende der Wippe vergrößere sondern nur bis zur Mitte. Wichtig ist hierbei, wie bei den anderen Geräten auch, das ich von Anfang an alle Positionen und Führtechniken übe. Dabei sollte ich immer darauf achten das die Wippe immer ein bisschen bewegt.Die Höhe der Wippe bleibt allzu zunächst einmal gleich, während die Distanz zum Target länger wird. So kann der Hund sich langsam an das Geräusch und die Bewegung gewöhnen. Und zusätzlich lernt er seinen Anlaufpunkt kennen, der es ihm hinterher leichter macht die Höhe zu überwinden.

Schritt 3: Höhe der Wippe steigern

Wenn der Hund das Target zuverlässig vom Mittelpunkt anläuft kann ich beginnen die Höhe der Wippe langsam zu steigern. Dafür kann ich die Hürde zunächst einmal nach hinten verschieben und später die Hürdenstange einfach weiter runter legen.


So kann ich die Höhe der Wippe langsam steigern und die Strecke die der Hund die Wippe runter drücken muss, wird langsam größer. Darüber hinaus wird natürlich auch der Knall immer ein bisschen lauter. Wichtig ist das ich bei jeder neuen Höhe wieder an der Kante der Kontaktzone anfange und mich zum Mittelpunkt zurück arbeite. In der Regel geht das aber dann schneller ( Innerhalb einer Trainingseinheit) weil der Hund ja schon gelernt hat den Target anzulaufen. Und natürlich muss immer daran denken die Positionen und Fürhtechniken weiterhin zu üben. So arbeite ich mich immer weiter bis die Wippe gerade steht.


Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, ist es soweit das man die Distanz bis zum Target auch über den Mittelpunkt hinaus verlängert. Dabei sollte man aber auch wieder langsam vorgehen. Bei großen Hunden kann man den Hund durchaus auf Seitlich auf die Wippe springen lassen während kleine Hund einfach aufgesetzt werden können. Wichtig ist dass am Ende natürlich immer noch der Trainer mit dem Target als Anlaufpunkt ist.

So senke ich die den Aufgang langsam ab bis er den Boden berührt.


Wenn der Hund gelernt hat die ganze Wippe zu laufen, müssen wir nur noch wie im letzte Thema beschrieben, die Trainerhilfe abbauen.

http://www.youtube.com/user/klickerklok#p/u/151/dbYJee3J7g0

Unter diesem Link findet ihr ein Video indem Fanny Gott mit Ihrer Hündin Shejpa zeigt, wie das Training nur mit einem Target funktioniert.

Anmerkung: Seit ich die die Hunde in meinen Gruppen trainiere hatte ich keinen Hund mehr der Angst vor der Wippe zeigte.Auch kann ich keinen Geschwindigkeitsunterschied zu den Hunden feststellen denen zuerst beigebracht wurde schnell in die Zone zu laufen. Es scheint als hätten die Hunde das Gerät von Anfang im Griff und selbst unsichere Hunde machen so das Gerät mit viel Freude.

Wand

Einige Hunde arbeiten die Wand nicht gut, obwohl sie sowohl die aufgehende als auch die abgehende Zone berühren. Nicht gut weil sie nicht gelernt haben die Wand zu komplett zu überlaufen und dadurch insbesondere die Vorderbeine sehr belasten. Deshalb muss man Wege finden dem Hund dieses beizubringen,ohne dabei das unabhängige arbeiten zu verlieren. Wenn ich dem Hund zum Beispiel immer beim Aufgang helfen muss damit er nicht in die Wand springt, wird es schwierig den Hund diese alleine arbeiten zu lassen.

Der Abgänge:

Den Abgang der Wand baue ich bei der Wand, wie bei jeder Kontaktzone mit dem Target und der Trainerhilfe auf. Doch muss man bei der Wand besonders darauf achten das der Hund zum Target läuft und nicht springt. Denn wenn der Hund den letzten Teil der Kontaktzone überspringt, belastet er besonders seine Vordergliedmaßen.



Trainingspläne

  • Mein Trainingsplan für Junghunde. Die Zeitangaben sind dienen nur der groben Orientierung und müssen an die Entwicklung des Einzelenen Hundes angepasst werden.

Ein Blick in unsere Kurse und Module

  • Beschreibung: Bevor wir uns in den nächsten Wochen damit beschäftigen wie man einen Hundeführer und seinen Hund optimal auf die Starts auf einem Agility-Turnier vorbereitet, geht es in diesem...
  •   Jeder Hund braucht gewisse kognitive Fähigkeiten um vom Hundeführer ausgebildet zu werden und später erfolgreich mit diesem zusammenzuarbeiten. Motivation, Konzentration,...
  • Im heutigen zweiten Teil des Kontaktzonen-Aufbau's, schauen wir uns die drei Kontaktzonen-Geräte einmal genauer an. An Wippe, Wand und Steg kann der Hund zwar ähnliche Fehler machen und der...
  • Wie ihr sicherlich schon festgestellt habt, war der erste Schritt des Aufbaus nicht sehr kompliziert. Auch der  2. Schritt ist von Aufbau her nicht so schwer, aber dennoch sind diese beiden...
  • Nachdem wir die Bewegungsabläufe und Kommandos eingeführt und geübt haben, können wir nun beginnen diese im Parcours gezielt einsetzen. Wechsel sind in einem Parcours nicht nur dazu da von einer...
  • Thema 4-Einführung von körperlichen Signalen Jeder der Agility betreibt kommt irgendwann an den Punkt wo er feststellt das das gesprochene Wort im Parcours nicht mal halb so viel zählt wie das...