Ein Blick in Modul 2

 

Jeder Hund braucht gewisse kognitive Fähigkeiten um vom Hundeführer ausgebildet zu werden und später erfolgreich mit diesem zusammenzuarbeiten. Motivation, Konzentration, Frustrationstoleranz und Gehorsam helfen nicht nur dem Hundeführer sondern auch dem Hund sich in der großen bunten Welt des Agility´s zu Recht zu finden.

Mein Konzept ist daher mit allen Hunden regelmäßig Übungen zumachen die genau diese Skills trainieren und immer auch ein wachsames Auge auf diese Fähigkeiten zu haben.  Dennoch kann es sein das ein Hund ein Problem entwickelt bzw. schon mitbringt das auf eine oder mehrere dieser Fähigkeiten zurückzuführen ist.

 

In diesem Thema möchte ich euch daher zum einen erläutern was das Training dieser Fähigkeiten eigentlich so schwer macht und warum viele Trainer den Problemen mit diesen Fähigkeiten eher aus dem Weg gehen als sie aktiv anzugehen. Und zum anderen werde ich euch Anhand von 3 typischen Fallbeispielen erläutern wie man Probleme mit diesen Fähigkeiten überhaupt erkennt und euch Lösungsansetze vorstellen.

Natürlich kann auch dieses Thema keine Komplettlösung sein, vielmehr geht es darum euren Blick als Trainer zu erweitern und eurer Urteilskraft einen weiteren Aspekt hinzuzufügen. Oftmals ist es wesentlich schwerer Probleme zuerst einmal zu erkennen und zu analysieren, als sie dann später zu beheben.

Grundlagen … und doch so schwer

Ich frage mich oft wie manche Hundeführer und Trainer jahrelang mit Hunden arbeiten können, die für mich offensichtlich Probleme haben im Bereich der Motivation, der Konzentration, der Frustrationstoleranz und des Gehorsam. Ganz oft bewundere ich diese Menschen sogar dass sie so viel Geduld und Gleichmut aufbringen. Die Frage ist nur ob man sich und dem Hund einen Gefallen tut wenn man mit diesen Problemen anstatt an diesen Problemen arbeitet. Ich bin der Meinung dass ein Problem mit dem lernt umzugehen, einen immer irgendwann einholt und dann meist in Situationen in denen man es dann nicht mehr händeln kann. Deshalb versuche ich solche Probleme immer anzugehen, weiß aber auch dass ich einige Hürden überwinden muss bevor ich das eigentliche Problem angehen kann. Das heißt für mich als Trainer gibt es einige Dinge die das Training der Softskills schon schwer machen bevor ich überhaupt mit dem Training beginnen kann bzw. die das Training unabhängig von der Methode maßgeblich beeinflussen:

1. Wo liegt eigentlich das Problem: Ein ganz schwerer Aspekt beim Training der Softskills des Hundes ist die Einsicht des Hundeführers.  Probleme mit den Agisoftskills sind oftmals nicht so greifbar wie andere Probleme. Das heißt wenn der Hund ein Kontaktzonen-Problem hat wird der Hundeführer das immer direkt dann spüren wenn der Hund mal wieder von der Zone springt. Wenn der Hund aber ein Problem mit einem der Softskills hat äußert sich das oft nur schleichend bzw. für den Hundeführer ist überhaupt nicht erkennbar das das aktuelle Problem auf einen Softskill zurückzuführen ist. Wenn der Hund z.B immer zum Ende der Trainingsstunde hin mehr Fehler macht weil seine Konzentrationsfähigkeit nicht für die gesamte Stunde reicht, führt das eher zur Frustration und Unterstellungen wie „der weiß wie das geht er will nur nicht“ als zu gezielten Übungen die die Konzentrationsfähigkeit fördern.

2.  Trainingsaufwand: Ich muss es ehrlich zugeben, an den Softskills zu arbeiten ist eine Menge Arbeit die im Prinzip niemals aufhört. Egal ob es darum geht das ein junger oder unerfahrener Hund lernt motiviert, konzentriert, engagiert und zuverlässig zu arbeiten oder ob man bei einem erfahrenen Hund dafür sorgt das er diese Fähigkeit behält, man braucht eine Menge Zeit und Geduld. Leider braucht man noch mehr Zeit und Geduld wenn der Hund ein Problem mit einem der Skills hat und nicht selten kann man das Problem nur dann dauerhaft lösen wenn man ständig weiter daran arbeitet.

3. Persönlichkeit: Alle Softskills werden auf unterschiedliche Weiße von der Persönlichkeit und dem Charakter des Hundes beeinflusst. Das ist Grundsätzlich nicht schlimm, denn wenn ich als Trainer die richtigen Werkzeuge wähle kann ich dem Hund auch Dinge beibringen die ihm vielleicht nicht unbedingt angeboren sind. Schwierig wird es nur dann wenn der Hundeführer die Kritik des Hundeführer z.B an der Konzentrationsfähigkeit seines Hundes als Angriff wertet bzw. denkt sein Hund ist dadurch schlechter geeignet als andere. Deshalb sollte man an solche Probleme immer mit etwas Fingerspitzengefühl heran gehen, denn ansonsten scheitert man schon bevor man mit dem eigentlichen Training beginnt.

4. Alltag:  Der Alltag des Hundes und des Hundeführers spielt aus zwei Gründen eine wichtige Rolle in Bezug auf die Softskills. Zum einen hat der Alltag direkten Einfluss auf einige Softskills. Ist ein Hund z.B in seinem Alltag schon sehr ausgelastet wird sich das entweder positiv oder negativ auf seine Konzentrationsfähigkeit und seine Motivation auswirken. Zum anderen muss der Hundeführer auf Grund des Trainingsaufwands die Softskills auch immer wieder im Alltag üben und abrufen können. Wenn es dem Hund z.B schwerfällt in einer für ihn reizvollen Situation zu gehorchen wird ihm das auch im Alltag schwerfallen. Und so kann ich dieses Problem nur dann lösen wenn ich es grundsätzlich löse. Entweder der Hund nimmt den Hundeführer ernst oder eben nicht.

5. Allumfassend: Wenn ein Hund mit einem der Softskills Probleme hat das meistens an mehreren Stellen Auswirkungen. Wenn ein Hund sich z.B nicht gut konzentrieren kann wird sich das an allen Geräten irgendwann zeigen. Das bedeutet zwar das wenn man ein Problem mit einem Softskill löst das oftmals viele andere Probleme mit löst, aber eben auch das wenn  Punkt dass man nicht weiterarbeiten kann solange der Hund nicht gelernt hat sich z.B besser zu konzentrieren.

Ich denke einige dieser 5 Gründe animieren euch eventuelle Probleme mit den Softskills bei euren eigenen Hunden oder bei den Hunden die ihr trainiert sofort anzugehen. Andere lassen euch vielleicht darüber nachdenken ob es sich wirklich immer lohnt an diesen Problemen zu arbeiten. Und genau das ist das Hauptproblem vor dem man als Trainer immer wenn es um diese Softskills geht steht. Wenn man als Trainer ein Problem mit einem Softskill ausgemacht hat muss man sich zunächst immer eine Frage stellen:

„Kann der Hundeführer, mit den Mitteln die ihm zur Verfügung stehen, das Problem soweit verbessern dass es ihm die Arbeit mit dem Hund maßgeblich erleichtert bzw. die Leistung des Hundes maßgeblich verbessert.

Das heißt  als Trainer komme ich bei Problemen mit den Softskill oft die Situation das der Hundeführer nicht das leisten kann was der Hund eigentlich bräuchte. Egal ob es sich dabei um organisatorische Dinge (keine Möglichkeit mit dem Hund außerhalb des Hundeplatzes zu arbeiten) oder fachliche Dinge (Hundeführer fehlt die Konsequenz) handelt, als Trainer muss ich immer abschätzen wie viel man für welchen Nutzen investieren muss. In den kommenden Beispielen werde ich euch daher auch immer erläutern warum ich dieses Problem bei diesem Hund angehen würde und unterwelchen Umständen ich dieses nicht tun würde.

Trainingspläne

  • Mein Trainingsplan für Junghunde. Die Zeitangaben sind dienen nur der groben Orientierung und müssen an die Entwicklung des Einzelenen Hundes angepasst werden.

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